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Rechtshänder schon im Mutterleib

Weder Sozialisation noch Gehirn bestimmen Händigkeit

Belfast (pte) (externer Link pte.at, 05. Apr 1998 19:12) - Wer glaubt, die Sozialisation bestimmt, ob ein Mensch rechts- oder linkshändig wird, der irrt. In Wirklichkeit wird die Händigkeit bereits vor der Geburt festgelegt. Genauer: In den ersten zehn Wochen der Schwangerschaft - also noch bevor sich im Embryo ein Gehirn entwickelt. Das entdeckten Glenda McCarthy und Peter Hepper von der Queen's-Universität in Belfast. externer Link http://www.qub.ac.uk/

Die beiden Wissenschafter untersuchten 87 Feten im Mutterbauch und fanden: Sobald überhaupt zu beobachten ist, wie sich der Fetus bewegt, zeigt sich bereits, daß er mit einer Seite mehr tastet und strampelt als mit der anderen. In der zehnten Woche bevorzugten 85 Prozent der Feten ihre rechte Seite, was dem Anteil von Rechtshändern unter Erwachsenen recht nahe kommt, denn 90 Prozent von ihnen betätigen sich lieber rechtsseitig. "Diese Vorliebe mag eine genetische Ursache haben oder - alternativ dazu - durch Faktoren in der frühen Entwicklung des Embryos beeinflußt werden", erklärt Hepper.

Damit fällt nicht nur die These der Händigkeits-Sozialisation, sondern auch die Ansicht, das Gehirn bestimme, welches die bevorzugte Seite des Körpers ist. In den ersten zehn Wochen einer Schwangerschaft werden die Bewegungen nämlich nicht vom Gehirn gesteuert, sondern durch Rückenmark und Muskeln.

Das Gehirn von Linkshändern ist in verschiedener Hinsicht anders als das von Rechtshändern. So haben Rechtshänder ihr Sprachzentrum auf der linken Hirnhälfte, während Linkshänder oft beide Hemisphären des Großhirns für das Generieren von Sprache nutzen.

"All dies zeigt: In der Tat sind es die Bewegungen, die zur Asymmetrie führen. Es bestimmt nicht das Gehirn die Händigkeit, sondern die Händigkeit das Gehirn", betont Hepper. Er und McCarthy haben ihre Entdeckung jetzt auf dem jährlichen Treffen der britischen Psychologie-Gesellschaft in Brighton vorgestellt. externer Link http://www.pbs.org.uk [Bild der Wissenschaft, BBC]