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Linkshänder denken flotter

Australische Forscher: Bessere Ergebnisse bei Computerspielen und Sport

Canberra/München (pte/07.12.2006/12:05) - Linkshänder können schneller denken, wenn es um spezielle Fähigkeiten wie etwa Computerspiele oder Sport geht. Zu diesem Schluss kommt das Forscherteam um Nick Cherbuin von der Australian National University http://www.anu.edu.au in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Neuropsychology. Offensichtlich sind die Verbindungen zwischen den beiden Händen und den dazugehörigen Gehirnhälften bei den Linkshändern schneller.

Besonders auffällig ist der schnelle Informationstransfer der Linkshänder bei multiplen Stimuli, berichten die Forscher. Experten haben bereits seit längerem festgestellt, dass Linkshänder die beiden Gehirnhälften leichter nutzen als Rechtshänder. Cherbuin hatte bei 100 Probanden - davon 80 Rechtshänder und 20 Linkshänder - die Transferzeiten zwischen den beiden Gehirnhälften gemessen. Die Probanden mussten dabei weiße Lichtbuchstaben auf der rechten oder linken Seite eines fixen Kreuzes erkennen. Dabei entpuppten sich die Linkshänder als deutlich schneller als die Rechtshänder.

"Bei der Beurteilung solcher Untersuchungen sind wir immer sehr kritisch", so die Psychotherapeutin und Psychologin Johanna Barbara Sattler, Leiterin der ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder http://www.linkshaender-beratung.de gegenüber pressetext. Die Daten würden zwar meist gut erhoben, wären aber oft zu schmalspurig. "Die Korrelation ist zudem meist nicht relevant für die Praxis." Es stimme, dass Linkshänder einen besseren Zugang zur Raumwahrnehmung haben, meint die Expertin. Die Psychotherapeutin betont aber gegenüber pressetext, dass in vielen Untersuchungen nicht deutlich hervorgehe, ob Probanden teilgenommen haben, die umgeschulte Linkshänder waren. Dies sei aber für eine umfassende Beurteilung sehr wichtig, meint Sattler.

Die Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder entstand 1985 als Selbsthilfeprojekt durch die Anfragen von Eltern Kinder nach Beratung und Hilfe im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt, in dem ehrenamtliche Fachmitarbeiter zusammen mit mehreren Universitäten tätig waren. "Obwohl es heute nicht mehr üblich ist, Kinder umzuschulen, war das bis in 1980er Jahre noch der Fall", erklärt Sattler. Inzwischen sei es aber üblich Kinder so zu belassen, wie sie sind. "Einige der Kinder schulen sich selbst um, vor allem dann, wenn keine eindeutige Linkshändigkeit vorliegt." Das Umschulen habe immer wieder zu gravierenden Problemen bei den Betroffenen geführt, meint die Expertin. "Diese Kinder neigen eher dazu Schwierigkeiten wie etwa Probleme mit der Raum-Lage oder der Verwechslung von rechts und links zu haben." Sattler bemängelt zudem, dass viele Kinderärzte mit der Problematik nicht gut befasst sind. "Wir haben auf unserer Homepage eine ganze Reihe von Experten gelistet, die sich damit beschäftigen", erklärt die Psychologin abschließend im pressetext-Interview.